Schwangerschaft / Geburtshilfe

 

In der Schwangerschaft empfehle ich Ihnen, alle 4 ‚Äď 6 Wochen eine Kontrolle durchf√ľhren zu lassen, um festzustellen ob alles in Ordnung ist. Dies gibt Ihnen Sicherheit und hilft Unregelm√§ssigkeiten fr√ľhzeitig zu erkennen und wenn m√∂glich zu behandeln.

 

Ab der 12. Schwangerschaftwoche bis 8 Wochen nach der Geburt werden die Konsultationen von der Krankenkasse √ľbernommen und sind vom Selbstbehalt befreit. Ebenfalls √ľbernommen werden zwei Ultraschallkontrollen pro Schwangerschaft. Die Kontrollen k√∂nnen Sie bei einer √Ąrztin oder einer Hebamme durchf√ľhren lassen.

 

 

 

 

Weitere Kontrollen sind bei folgenden Situationen nötig:

  1. ungewöhnlicher Ausfluss
  2. Schmerzen beim Wasser lösen
  3. Bauchschmerzen
  4. Kopfschmerzen
  5. Augenflimmern
  6. Starke Ansammlung von Wasser in den H√§nden und F√ľssen
  7. Blutungen
  8. Unwohlsein
  9. Verminderung der Kindsbewegungen oder wenn sie keine mehr sp√ľren

Bei der Pränataldiagnostik möchte man herausfinden, ob das Kind gesund ist oder ob es an gewissen Erkrankungen oder Behinderungen leidet. Bei gewissen Fehlbildungen ist es von Vorteil, wenn diese bereits vor der Geburt bekannt sind, damit ensprechend die Geburtsklinik ausgewählt werden kann.
Bei anderen Behinderungen wie beispielsweise dem Downsyndrom kann das Kind nicht "geheilt" werden. Dies vorgängig herauszufinden hilft dem Kind nicht.
Es gibt aber Eltern, die nicht ein Kind mit einer Behinderung aufziehen k√∂nnen oder wollen und die sich in solch einem Fall f√ľr einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Eine schwangere Frau und ihr Partner sollten sich Gedanken dazu machen, ob sie mittels Pr√§nataldiagnostik die Gesundheit ihres Kindes testen lassen wollen oder nicht. Sie haben auch das Recht "nicht Wissen zu wollen". Bei der Entscheidungsfindung kann Sie Ihre √Ąrztin nat√ľrlich unterst√ľtzen und offene Fragen kl√§ren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Pränataldiagnostik:

Eine grosse Rolle in der Pränataldiagnostik spielt die Ultraschalluntersuchung (siehe Ultraschall).

Beim Ersttrimestertest wird die Nackenfalte beim ca. 12 Wochen alten Embryo gemessen. Ausserdem wird bei der Mutter Blut entnommen und das Gewicht bestimmt. Aus diesen Werten kann ein Risikowert errechnet werden. Dieser zeigt an wie gross das Risiko ist, dass Ihr Kind an einer Behinderung wie dem Downsyndrom leiden k√∂nnte, oder wie gross die Chance ist, dass es gesund ist. Es werden damit aber nicht alle Behinderungen erkannt. Ausserdem ergibt das Testresultat nur einen Risikowert (von 100 Kindern mit diesem Wert sind wie viele gesund und wie viele krank) an und sagt nicht definitiv ob Ihr Kind wirklich betroffen ist. Der Ersttrimestertest sollte erst nach einem Beratungsgespr√§ch mit Ihrer √Ąrztin durchgef√ľhrt werden.
Wenn der Risikowert hoch ist empfiehlt es sich eventuell nach einem Beratungsgespr√§ch sich Gewissheit √ľber die Gesundheit des Kindes zu verschaffen, entweder durch detaillierte Ultraschalluntersuchungen oder indem man eine Probe des kindlichen genetischen Materials untersuchen l√§sst. Die Probe wird entweder aus dem Fruchtwasser (Amniozentese), aus der Plazenta (Chorionzottenbiopsie) oder seltener aus der Nabelschnur (Chordozentese) entnommen. Diese Proben gewinnt man unter Ultraschallkontrollen durch die m√ľtterlichen Bauchdecken durch eine Punktion mit der Nadel nach einer kleinen √∂rtlichen Bet√§ubung. Das Kind versp√ľrt davon nichts. Es besteht ein kleines Risiko, dass man nach diesen Punktionen einen Abort erleiden k√∂nnte.

Ultraschall in der Schwangerschaft - was Sie wissen sollten

Ultraschall ist die einzige Methode, mit der wir das ungeborene Kind in der Geb√§rmutter direkt beobachten k√∂nnen. Seit √ľber 40 Jahren wird Ultraschall in der Schwangerschaft angewandt.
Bis jetzt konnte nie ein direkter schädlicher Einfluss auf das Kind oder die Mutter gezeigt werden. Bei den Routine-Untersuchungen bei 11 und 20 Schwangerschaftswochen
(SSW) sowie bei Ultraschall auf Indikation werden die Kosten von den Krankenkassen √ľbernommen.
Folgende Fragen soll eine Ultraschalluntersuchung beantworten:

Im ersten Schwangerschaftsdrittel (11-14 SSW):

  1. Nachweis, dass das Kind lebt und am richtigen Ort in der Gebärmutter liegt
  2. Festlegung des Schwangerschaftsalters. Dies ist von grosser Bedeutung, um beispielsweise in der Spätschwangerschaft ein vermindertes Wachstum des Kindes festzustellen
  3. Erkennen von Mehrlingen
  4. Ausschluss von schweren Fehlbildungen des Kindes
  5. Messung der Nackentransparenz als Hinweis auf eine mögliche Chromosomenstörung (z.B. Down-Syndrom)

Im zweiten Schwangerschaftsdrittel (20-23 SSW):

-     Beurteilung der Fruchtwassermenge und des Wachstums des Kindes
-     Erkennen von schweren Fehlbildungen
-     Bestimmung der Plazentalage


Ist der Ultraschallbefund normal, können Sie mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass wirklich alles in Ordnung ist. Kann man aber garantieren, dass Ihr Kind gesund ist, wenn die Ultraschalluntersuchung normal ist? Nein, dies ist nicht möglich.
Ultraschall eignet sich sehr gut (90% Genauigkeit), um sehr schwere kindliche Probleme zu entdecken (Probleme, die ein √úberleben des Kindes m√∂glicherweise nicht erlauben). Ultraschall ist ziemlich gut (75% Genauigkeit), um Probleme zu erkennen, die eine intensive Betreuung und Therapie erfordern. Ultraschall eignet sich jedoch eher massig (30% Genauigkeit), um geringf√ľgige Fehlbildungen zu sehen (wie z.B. √ľberz√§hlige Finger), da solche Details nicht bei allen dargestellt werden k√∂nnen. Femer k√∂nnen wir manchmal feine Ver√§nderungen, wie etwa solche der Kopfform, feststellen, die selbst keinen Krankheitswert haben, jedoch auf das Vorliegen einer speziellen Erkrankung hindeuten. Kann in der Folge diese spezielle Erkrankung ausgeschlossen werden, hat das Hinweiszeichen keine Bedeutung mehr.
Bedenken Sie auch, dass gewisse Entwicklungsstörungen erst im Laufe der Schwangerschaft entstehen und deshalb in der ersten Schwangerschaftshälfte noch nicht erkennbar sind. Ein normaler Ultraschallbefund hat Einfluss auf die weitere Schwangerschaftsbetreuung und kann Sie zudem stark beruhigen. Wird ein Problem entdeckt, kann Ultraschall Ihnen und uns wichtige Entscheidungsgrundlagen liefern. Sie können sich z.B. auf die Geburt eines kranken Kindes vorbereiten. Die Geburt kann an einem geeigneten Zentrum geplant werden. Gelegentlich kann auch eine Therapie während der Schwangerschaft den Gesundheitszustand entscheidend verbessern.
Ultraschall kann Sie jedoch beim Nachweis einer schwerwiegenden kindlichen St√∂rung auch in einen ethischen Entscheidungskonflikt bringen: ‚ÄěSoll ich die Schwangerschaft weiterf√ľhren oder lieber einen Abbruch durchf√ľhren lassen?" Manche ziehen es vor, solchen Konflikten generell auszuweichen und akzeptieren die Launen der Natur. Teilen Sie uns deshalb bitte mit, wenn Sie aus pers√∂nlichen Gr√ľnden keinen Ultraschall m√∂chten. Bei Unklarheiten oder Fragen geben wir Ihnen gerne zus√§tzliche Auskunft.

Quelle: www.sgumgg.ch, Schweizerische Gesellschaft f√ľr Ultraschall in der Medizin Sektion Geburtshilfe/Gyn√§kologie

Stillen hat f√ľr die Mutter und das Kind viele positive Aspekte und ist hoffentlich f√ľr beide mit gl√ľcklichen Momenten verbunden.

F√ľr das Kind ist Muttermilch zumindest bis im Alter von 6 Monaten die beste Ern√§hrung. Es braucht nichts zus√§tzlich bis es 6 Monate alt ist, wenn die Milch ausreichend ist. Diese Art der Ern√§hrung ist ausserdem hygienisch, sch√ľtzt das Kind vor Krankheiten und bietet Geborgenheit, Zuneigung und bildet Vertrauen. Kinder die mit Muttermilch ern√§hrt werden sind seltener krank, haben sp√§ter seltener √úbergewicht, Herz-Kreislaufkrankheiten und Allergien.

Der Mutter hilft das Stillen nach der Geburt, dass sich die Geb√§rmutter zusammenzuzieht und vermindert so die Blutung. Stillen f√∂rdert die Mutter-Kind-Bindung. Frauen die Stillen sollen seltener Brustkrebs haben. Stillen ist eine sehr billige hygienische Ern√§hrung f√ľr das Kind, die Zubereitung zu jeder Tag- und Nachtzeit entf√§llt und auch unterwegs ist "Nahrung" immer vorhanden.

Aber aller Anfang ist (kann, muss nicht) schwer. Ihre Hebamme und ihre Wochenbettpflege ist immer bereits Sie beim Stillen zu unterst√ľtzen. Jede Frau hat in der gesamten Stillzeit aus der Grundversicherung drei Stillberatungen zu Gute.

W√§hrend dem Stillen soll auf eine gesunde, ausgewogene, proteinreiche und ausreichende Nahrung geachtet werden. Auch diesbez√ľglich ber√§t Sie ihre Hebamme gerne. Medikamente sollen nur in R√ľcksprache mit Ihrer √Ąrztin eingenommen werden, denn sie k√∂nnen in die Muttermilch √ľbergehen. Auf Alkohol sollte verzichtet werden und der Tabakkonsum so stark wie m√∂glich reduziert werden. Manche Kinder sind nerv√∂ser wenn viel Kaffe und Schwarztee getrunken wurde. Andere vertragen es schlecht wenn bl√§hende Speisen eingenommen wurden. Auf keinen Fall darf gestillt werden wenn die Mutter Cannabis geraucht hat. Der Wirkstoff THC reichert sich stark in der Muttermilch an und ist dort in h√∂heren Konzentrationen vorhanden als im m√ľtterlichen Blut!

Stillen ver√§ndert den Hormonhaushalt. W√§hrend dem Stillen kann die Periode unregelm√§ssig sein oder aber auch ganz wegbleiben. So kann es auch sein, dass die Frau trotzdem einen Eisprung hat und wieder schwanger werden kann. Es empfiehlt sich in dieser Zeit zus√§tzlich zu verh√ľten. In der Stillzeit haben viele Frauen weniger Lust auf Sex, dies ist normal und h√§ngt mit den Hormonen zusammen. Auch ist die Scheide in der Stillzeit viel trockener als normal. Dies kann Beschwerden beim Geschlechtsverkehr verursachen. Mit verschiedenen Mitteln kann die Scheide befeuchtet werden, wenn Sie dies w√ľnschen. Sprechen Sie mit Ihrer √Ąrztin dar√ľber.

Wenn die Br√ľste sehr hart sind und auch nach dem Trinken des Kindes nicht weich werden und schmerzen, oder sie gar ger√∂tet sind und Sie Fieber haben m√ľssen Sie sich bei Ihrer Hebamme oder √Ąrztin melden. Es k√∂nnte sich um einen Milchstau oder sogar eine Brustentz√ľndung handeln.

In Apotheken oder Drogerien k√∂nnen Sie Stilltee kaufen, der die Milchproduktion anregt, wenn Ihr Kind mehr Hunger hat. Ihre Hebamme ber√§t Sie gerne diesbez√ľglich.

Siehe Links

Toxoplasmose ist eine Krankheit, die durch kleine Erreger hervorgerufen werden kann. Gesunde Menschen erkranken meist aber nicht. Die K√∂rperabwehr dieser Menschen bek√§mpft den Erreger bevor die Krankheit ausbricht. Diese Menschen sind dann f√ľr immer vor einer Erkrankung gesch√ľtzt.
Der Parasit Toxoplasma gondii kommt im Katzenkot, in der Erde und im rohen Fleisch vor.
Anstecken kann man sich also durch den Verzehr von rohem Fleisch, ungewaschenem rohen Gem√ľse und ungen√ľgende Hygiene nach Ber√ľhren von Haustieren, Erde und Sand.
Menschen mit einer reduzierten k√∂rpereigenen Abwehr (Immunsystem) sollten sich vor einer Infektion sch√ľtzen. Ungeborene Kinder haben noch keine gen√ľgen ausgereifte k√∂rpereigene Abwehr. Daher sollten sich Schwangere ohne Schutz (Antik√∂rpern) vor Toxoplasmose auch sch√ľtzen.
Wenn Sie keinen Schutz vor Toxoplasmose haben, sollten Sie folgendes beachten, da eine Infektion mit diesem Erreger in der Schwangerschaft Ihr ungeborenes Kind schädigen könnte

  1. Nur durchgebratenes Fleisch verzehren (kein rohes Fleisch)
  2. Nach der Zubereitung von Fleisch die Hände waschen
  3. Nach Ber√ľhrung von Haustieren H√§nde waschen
  4. Rohes Gem√ľse vor dem Verzehr gut waschen
  5. Nach Ber√ľhren von Erde, Pflanzen H√§nde waschen

Schwangerschaft ist keine Krankheit. Trotzdem sollten Sie auf einige Punkte achten.

Essen: Versuchen Sie sich ausgewogen und vitaminreich zu ern√§hren. Fleisch, Fisch und Milchprodukte geh√∂ren ebenso auf den Speiseplan wie frisches Gem√ľse und Fr√ľchte. Fleisch und Fischgerichte sollten aber zur Vorbeugung von Infektionen nicht roh genossen werden. Gem√ľse und Fr√ľchte sollen sauber gewaschen werden vor dem Verzehr.
Di√§ten sollten in der Schwangerschaft keine gemacht werden, wenn sie nicht von Ihrer √Ąrztin empfohlen wurde. Bei ausgewogener Ern√§hrung ist es nicht unbedingt notwendig zus√§tzliche Vitaminprodukte einzunehmen. Wenn Sie dies trotzdem tun m√∂chten Fragen Sie zuvor Ihre √Ąrztin, denn gewisse Vitamine k√∂nnen in zu hohen Dosen sch√§dlich f√ľr das Kind sein. Die zus√§tzliche Einnahme des Vitamins Fols√§ure ist auch schon vor der Schwangerschaft sinnvoll, da damit gewisse Missbildungen verhindert werden k√∂nnen.

Sport: Bewegung in der Schwangerschaft ist f√ľr Mutter und Kind gesund. Mit Bewegung kann das Risiko f√ľr bestimmte Erkrankungen wie Thrombosen und Diabetes reduziert werden. Moderate Sportarten d√ľrfen in der Schwangerschaft weiter betrieben werden. Allerdings sollte auf Risikosportarten und Leistungssport verzichtet werden. Auf Sport und Bewegung muss eventuell verzichtet werden wenn Ihre Frauen√§rztin Ihnen Schonung empfohlen hat.

Sexualit√§t: Auf Z√§rtlichkeit und Sexualit√§t muss in der Schwangerschaft nicht verzichtet werden. Nat√ľrlich muss auf den sich rundenden Bauch R√ľcksicht genommen werden. Auf Geschlechtsverkehr m√ľssen Sie verzichten wenn dies Ihre √Ąrztin empfiehlt wegen Blutungen oder vorzeitigen Wehen.

Siehe Links

Die Schwangerschaftskontrolle in der Hebammensprechstunde beinhaltet:

  1.  Kontrolle der kindlichen Herztöne
  2.  Grössenbestimmung der Gebärmutter
  3.  Lagebestimmung des Kindes durch Abtasten des Bauches
  4. Messung des Blutdruchs, Kontrolle des Urins, Blutentnahmen, allfälliger Vaginaluntersuch
  5. Erhebung des Gewichtsverlaufes
  6. Beratungen zu Schwangerschaftsveränderungen/ - beschwerden und alternativen Behandlungsmöglichkeiten
  7. Geburtsvorbereitende Tipps


Weitere Angebote:

  1.  Taping
  2. Akupunktur
  3. Hom√∂opathie- und Sch√ľsslersalz-Beratung